Digital Signage für Anfänger (Teil 1)

By 21. September 2014 12. April 2017Allgemein
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Warum manchmal auch der Windows Media Player reicht

Digital Signage ist ein komplexes Thema. Wenn man gerade anfängt, sich diesem Thema zu widmen, dann stellt man fest, dass man ein großes Feld mit anfänglich vielen Unbekannten betreten hat. Je nachdem aus welcher fachlichen Ecke man sich diesem Thema nähert, ist auch der Blickwinkel ein anderer. Wir erleben jeden Tag, dass IT-Fachleute ganz andere Fragen haben, als die Kollegen aus dem Marketing. Für die IT spielen Hard- und Software die Hauptrolle und für Marketing eben Content oder Kommunikationskonzept. Man muss sich mit Hard- und Software, mit Content und mit Marketing-Strategien auseinandersetzen und darf dabei nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Viel Stoff für Starter.

An wen richtet sich dieser Beitrag?

Natürlich gibt es keinen Leitfaden, der jedem nützlich ist. Denn wenn man erstmals mit dem Thema zu tun hast, dann setzt man sich anders damit auseinander als ein Profi, der bereits seit mehreren Jahren sein Netz betreibt. Mit diesem Post richten wir uns nicht an den Betreiber, der sein weltweites Bildschirmnetz mit hunderten Redakteuren aufbauen möchte. Wir richten uns an den Einsteiger. An den, der weiß, dass man mit Digital Signage Bildschirme für Werbe- und Informationszwecke betreiben und steuern kann. Wir verzichten also darauf, an dieser Stelle zu erklären, was Digital Signage eigentlich ist.

Vielmehr möchten wir hier einen kleinen Leitfaden für all die an die Hand geben, die ihr erstes (kleines) Digital Signage System betreiben wollen. Viele von uns „Profis“ haben im Laufe der Zeit viele Fehler gemacht, die man heute nicht mehr machen muss. Erspar dir also viel Zeit (und Geld) und erfahre, wie du dich strukturiert und planvoll dem Thema Digital Signage nähern kannst.

Vergiß einmal Hard- und Software

Auch wenn Hard- und Softwarehersteller der Digital Signage Branche (und zu den zählen wir ja auch) es nicht gerne hören mögen: Womit du letztendlich dein Projekt umsetzt, spielt vorerst eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst. Natürlich vermitteln dir viele Hersteller, dass deine Ziele am besten durch den Einsatz ihrer Produkte erreichen werden. Das erzählen sie dir sogar, ohne dass Sie überhaupt etwas von deinem Projekt wissen. Aber die wollen eben in erster Linie verkaufen. Vergiss also erstmal die technischen Komponenten und skizziere ganz genau deine eigenen Ziele. Nicht zuerst die Monitore kaufen und dann überlegen, wie das Konzept aussehen soll.

Fokussiere dein Ziel

Das Wichtigste zuerst und bitte niemals vergessen: Was willst du erreichen? Möchtest du deine Speisekarten und Preistafeln einfach nur per Flachbildschirm deinen Kunden zeigen oder möchtest du die gefühlte Wartezeit an der Kasse mit Infotainment und dynamischen Inhalten wie Nachrichten, Wetter und gegebenenfalls Werbeeinblendungen verkürzen? Beides sind klassische Beispiele für den sinnvollen Einsatz von Digital Signage. Beide haben vollkommen andere Ansätze. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet sich auch der Aufwand und das notwendige KnowHow. Klar, eine Speisekarte, die statisch per PC auf einem Monitor wiedergegeben werden soll, stellt weniger Ansprüche an den Betreiber, als der Aufbau eines weltweiten Bildschirmnetzwerkes mit dynamischen, interaktiven und zeitgesteuerten Inhalten.

Die folgende Tabelle zeigt einige klassische Einsätze von Digital Signage auf.

ObjectiveExampleCostsDifficulty / Challenging
DIsplay price chartDigital static info display of menu in a fast-food restaurantlowlow
Create ambienceModern Corporate Design by displaying static image or ambient-videoslowlow
Advertising display for own products at POS Varying display of ads at cashpoint areas low-averageaverage
Reduce perceived waiting timeInfotainment in waiting areas provides entertainment and advertisingDepends on content
low-average
average
Explain productsA manufacturer of sport shoes uses explanatory videos to point out the innovation behind his product. average -highaverage
Promote advertising timeScreens at public or frequented places such as shopping centers.highhigh
Inhouse-TV / Corporate TVProprietary Corporate-TV of a company at a place with much customer contact, corporate or industry news for employees and customersaverageaverage
Multichannel-Marketing with interactive product presentationA automobile is presented at IAA on video wall and visitors can control presenation by using their smartphones.

Depending on implementation and interaction with smartphones: average-highhigh
Clinic TVIn waiting areas children`s play corner, on TV on each ward: situation-specific content like entertainment, information, ads, and directionshighhigh

Je nach persönlichem Ziel werden die nächsten Schritte ausgerichtet. Zunächst wird festgelegt, worauf du achten musst, damit deine Zielgruppe richtig angesprochen wird. Im einfachen Fall mit der Speisekarte ist die Planung simpel. Sie muss nichts weiter tun, als dem Kunden die Preise anzuzeigen, . Eventuell hast du bereits ein Bild vom alten gedruckten Menu-Board und du musst lediglich Format und Auflösung anpassen. Natürlich ist nicht jede digitale Speisekarte gleich und man kann hier viel mehr tun, als die Preise statt auf einer Schiefertafel nun digital anzuzeigen. Das hängt ganz davon ab, welches Ziel du verfolgst. Kannst du den Umsatz steigern, in dem du den leckeren Burger nicht nur als Text, sondern in einem Film präsentierst und dem Kunden beim Anblick des dampfenden Stück Fleisches der Mund wässrig wird? Klar! Aber wir bleiben mal kurz im ersten Fall der reinen digitalen Anzeiger einer statischen Speisekarte.

Digital Signage mit dem Windows Media Player oder Powerpoint

Stellt sich in diesem zugegeben sehr simplen Fall doch gleich die Frage: Braucht man eine spezielle Digital Signage Hard- und Software dafür? Antwort: Nein, braucht man nicht. Äh – oder doch? Nun ja, es kommt eben darauf an. Wenn man mit Einbußen in Sachen Handhabbarkeit, Zuverlässigkeit und Komfort leben kann, dann kann man in manchen Fällen gern komplett auf spezielle Hard- und Software verzichten. Man nehme einen herkömmlichen Windows-PC – Linux geht natürlich auch und ist sogar kostenlos -, man schließe daran den Großbildschirm an und zeigt  die Speisekarte an. Im Vollbildmodus sieht man nichts außer der Speisekarte, niemand würde in diesem Fall einen Unterschied zwischen der Anzeige des „Digital Menu Board“ per Windows-Diaschau und einem professionellen Digital Signage Gerät bemerken. Die Nachteile gegenüber spezieller Hard- und Software sind aber erwähnenswert. Windows fährt schon mal Updates während des Betriebes und startet den PC neu. Inhalte können in der Regel nur am Standort geändert werden und der Stromverbrauch eines durchschnittlichen PC kann schon mal die Kosten für den Betrieb einer professionellen Lösung übersteigen. Der viewneo Stick benötigt gerade mal maximal 2,5 Watt (bei Volllast). Bei einem PC können das gut und gerne über 100 Watt sein. Bei einem täglichen Einsatz von 10-14 Stunden, die in der Gastronomie üblich wären, kommt da schon was zusammen. Zumal gewerblicher Strom meistens deutlich teurer als der für Privathaushalte ist. Natürlich kann man mit Profi-Software ausgefeilte Menu Boards mit Video-Hintergründen erstellen, die Speisen noch dampfend darstellen, so dass den Kunden der Mund wässrig wird – aber diesen Fall lassen wir jetzt mal ausser Betracht. Wir reden ja gerade von der kleinen Imbiß-Bude und nicht von der großen Fast-Food-Kette mit entsprechendem Budget.

Wenn man aber mit diesen Nachteilen leben kann, weil man ohnehin immer vor Ort ist, um den Player neu zu starten und auch der Stromverbrauch eines Standard-PC nicht sonderlich ins Gewicht fällt, dann hat man ein Digital Signage System ohne einen Cent an spezieller Hard- oder Software ausgegeben zu haben. Zwar werden die meisten Digital-Signage (DS)-Profis davon abraten und sie werden alle möglichen Argumente liefern, warum man unbedingt ein professionelles System haben müssen. Lass dich nicht verrückt machen. Schaue dich auch nach kostenlosen Lösungen um. Es gibt mittlerweile viele, die per Freeware oder Open Source zu haben sind.

Tipp: Schaue dir die kostenlose viewneo Edition an. Diese kann man auch mit dem sparsamen viewneo Player (nur 2,5 Watt) verwenden und man kombiniert die Vorteile einer kostenlosen mit denen einer professionellen Lösung. (Edit: Der Stick ist nur noch in Kombination mit einer Pro-Lizenz kaufbar)

Eine Lösung ohne externen PC haben viele Monitorhersteller bereits integriert. Viele Produzenten haben Ihren Modellen eine USB-Buchse verpasst, an dem man einen USB-Stick mit darauf befindlichen Bildern oder Videos einstecken kann. Der integrierte Media Player des Monitors spielt die Inhalte als Diaschau (Slide Show) ab. Je nachdem, wie leistungsfähig diese integrierten Player sind, können Sie auch die Geschwindigkeit der Slide Show beeinflussen. Im Falle der Speisekarte mit nur einem Bild wird eben nur dieses auf den USB-Stick gepackt und dauerhaft angezeigt. Vorsicht: Viele dieser Player sind jedoch gar nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt und stürzen nach 1-2 Stunden ab. Die erzeugen dann einen schwarzen Bildschirm oder andere Fehler.

Del_Taco_menu_board

Wenn man jedoch morgens eine andere Menükarte anzeigen lassen möchte als mittags oder abends und am Wochenende wieder andere, dann stößt man mit Media Player und Powerpoint schnell an Grenzen. Man sollte sich dann auf jeden Fall für eine geeignete DS-Software entscheiden. Es sei denn, man möchte die nächsten Jahre dreimal täglich das anzuzeigende Bild manuell wechseln.

Von der Zielgruppe zum Content-Konzept

Du hast dein Ziel gesteckt. Damit hast du in den allermeisten Fällen bereits Ihre Zielgruppe. Die Menschen, die du erreichen willst, befinden sich in einer bestimmten Situation. Sie befinden sich in einer Warteschlange oder im Wartezimmer und haben viel Zeit oder Sie befinden sich auf dem Weg zur Arbeit oder bewegen sich in einem Einkaufszentrum und haben wenig Zeit. Die einen befinden sich nah am Monitor (Wartezimmer), die anderen sind oft weit davon entfernt. Mach dir Gedanken darüber, wie deine Zielgruppe wohl denkt, ob Sie viel oder wenig Zeit hat und was du von dieser Zielgruppe möchtest. Das ist wichtig für das Inhaltskonzept – für den Content. Besteht Ihre Botschaft nur aus einem Bild oder einem Video? Wie ist das Umfeld, in dem sich die Bildschirme befinden werden? Im Wartezimmer beim Arzt für Aufmerksamkeit zu sorgen ist leichter als mit Bildschirmen im Einkaufszentrum. Im Wartezimmer gibt es neben dem Bildschirm nur Zeitschriften und höchstens noch nörgelnde Kinder, die deine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und mit dem Monitor konkurrieren. Die Wartenden nehmen jede Art der Unterhaltung oder des Infotainments gerne an, um die Langeweile zu vertreiben. Im Einkaufszentrum stehen die Digital Signage Stelen und Monitore in einem ganz anderen Wettbewerb. Jeder Shop-Besitzer in einem Center buhlt mit seinem Schaufenster um die Gunst der Blicke. Es ist schwer, sich dagegen zu behaupten. Die Besucher eines Einkaufszentrums wollen shoppen und die Blicke wandern über die Produkte, Schaufensterpuppen, Plakate oder auch anderen Bildschirmen in den Schaufenstern. Der Hinweis für den nächsten Verkaufsoffenen Sonntag auf den Bildschirmen in der Mall wird schnell übersehen. Wir haben schon Umfragen in Centern betrieben, die mit dutzenden Digital Signage Monitore ausgestattet waren. Viele, vor allem jüngere Frauen hatten trotz langer Verweildauer im Einkaufszentrum die Bildschirme nicht einmal bemerkt. (Wie man dieses Problem lösen kann, darüber wird später noch berichtet)

Example of locationSituation of target groupCompetition regarding attentionLength of perceptionDistance to screen
Waiting area at a doctorViewer has sufficient time and wants to beat time.lowlonglow
Metro stopViewer has some time. He consciously consumes content to beat time. low -averageaveragelarge
At cash point in a mallWaiting in line, viewer has time and consumes content consciously. Without waiting time viewer won`t perceive content. average / high depends on situationshort - average - longaverage
Screens in the aisle
( not in shops)
Visitors stroll or rush through the mallextreme highshort - averagelarge

Jetzt haben wir uns schon mal mit unterschiedlichen Situationen befasst, in der sich die Zielgruppen befinden. Du kennst deine Zielgruppe. Mach dir Notizen, wie du deine zukünftigen Bildschirm-Standorte und die Situationen deiner Kunden beurteilst. Diese Beurteilung hat Auswirkungen auf das Inhaltskonzept, das im nächsten Teil besprochen wird.

 

 

 

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Android App nicht verfügbar

Aktuell wurde die viewneo Player App von Google gesperrt und ist im Playstore nicht länger verfügbar. Die Ursache für die Sperrung der App hat folgende Gründe:

1. Die viewneo Player App ist dazu in der Lage, Bildschirme zu sperren. Dies ist wichtig, sodass Gäste bei interaktiven Geräten nicht auf die Bildschirme zugreifen können (Kiosk Modus)

2. Die viewneo Player App führt automatische Updates im Hintergrund aus. Dies ist wichtig, damit auf den Bildschirmen keine Mitteilungen angezeigt werden, welche deine Bildschirm-Präsentation unterbrechen würde.

Wir entschuldigen uns für die Umstände und werden in Kürze eine angepasste Version im Google Paystore zur Verfügung stellen.

Für die manuelle Installation stellen wir einen Downloadlink zur viewneo Player App (.apk) bereit. Weiterhin findest du eine Anleitung zur manuellen Installation unserer App. Solltest du weitere Fragen haben, richte dich jederzeit an unseren Support.

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